
Aufstellungsort für Datentresore:
Bitte stellen Sie den Datentresor niemals der direkten Sonneneinstrahlung aus. Die Dichtungen reagieren auf Wärme bzw. Hitze und können dann im Gefahrenfall unter Umständen Ihre eigentliche Leistungsbereitschaft nicht bereit stellen.
Wir raten auch zur gelegentlichen Eigen-Safeprüfung:
Kontrollieren Sie von Zeit zu Zeit die Dichtungen auf Risse, die durch z.B. Büroklammern entstanden sein können. Ebenfalls könnten Büroklammern oder andere kleine Partikel in die Riegelbolzenführungen fallen und das Riegelwerk verspannen.
Verankerung von Datensafes:
Datensicherungsschränke gibt es als reine Feuerschutztresore nach S60DIS (1 Stunde Feuerschutz) und S120DIS (2 Stunden Feuerschutz). Darüber hinaus sind aber eine Vielzahl von Datentresoren mit einem Einbruchschutz kombinierbar. In diesem Fall kann der Datentresor auch verankert werden. Bei den meisten Tresormodellen geschieht das nicht im Bereich der inneren Tresorhülle sondern im Rahmen bzw. Türfalz, da auf diese Weise der Feuerschutzkörper nicht beschädigt oder gelocht wird.
Transport des Datentresor an den Bestimmungsort:
Viele der Datentresore haben eine sehr kompakte Bauweise. Die sehr starke Wandung wird benötigt um die Leistungseigenschaften bereit zu stellen. Dies sind Feuerwiderstandstest, Feuerstoss- und Sturzprüfung nach VDMA 24991, Sprengtest und Magnetfeldprüfung. Meist haben die Datentresor-Abmessungen in der Grundfläche mehr als 800 mm in beide Richtungen und somit mehr als gewöhnliche Türen oder Bürotüren in der Breite als Durchgangsmaß. Da dem Tresorbauer dies aber auch bekannt ist, sind Datentresore so konzipiert, daß bei ausgehängter Türe die Transporttiefe unter 800 mm sinkt und der Datensafe somit jede Türe passieren kann. Die Türe kann dann anschließend wieder eingehängt werden.
Ordnung in Schubladen mit Unterteilungen:
Fast alle Datensicherungsschränke sind von Haus aus ohne Schubladen oder höhenverstellbare Fachböden ausgestattet. Dies hat den Vorteil, daß entsprechend Ihrer Datenträger der Safe individuell zugeschnitten werden kann. Die Vielzahl an Backup-Bändern und Festplatten machen einen unterschiedlichen Platzbedarf notwendig. Mit Trennstegunterteilungen und Körben können auch einzelne Schubladen mit Unterschiedlichen Datenträgern belegt werden.
Was der Datentresor alles kann:
Feuerwiderstandstest:Am Beispiel von S120DIS
2 Stunden Feuerwiderstandstest bei ca. 1090 Grad Celsius
an der TU Braunschweig
(nach VDMA 24991, Teil 1. Sicherheitsstufe S 120 DIS).
Nach 120 Minuten Beflammung werden die Brenner abgestellt.
Der glühende Safe bleibt solange im Brandraum, bis
die höchste Innentemperatur erreicht wird. Dies nennt
man die realitätsnahe Nachheizperiode. Erst nachdem
die Temperaturen zu sinken beginnen, ist der Test beendet. Dann werden die Messdaten entnommen. Die höchste Innentemperatur
zeigt sich je nach Modell erst nach 8 - 10 Stunden. Nach
Testabschluss spielt die TU Braunschweig eingelagerten Test-Disketten
ein. Dabei müssen die Daten einwandfrei lesbar sein.
Der Sturztest soll u.a. Aufschluss darüber geben, ob der Safe einen harten Sturz - lose in ein zweites Feuer - ohne Schaden für den empfindlichen Inhalt übersteht. Denn nicht zum ersten Mal stürzt ein brennendes Stockwerk ein und reisst Datensicherungseinrichtungen in die Tiefe - hinein in das nächste Feuer.
Ein Modell gleicher Bauart wird in dem vorgeheizten Ofen
45 Minuten lang bei einer Temperatur von 1090 Grad Celsius
beflammt. Nach dem Abstellen der Brenner muss innerhalb
von 4 Minuten ein Sturz aus 9,15 Meter Höhe in eine
Kiesgrube durchgeführt werden. Nach dem Sturztest wird
der Safe wieder in den Brandraum geschoben und nochmals
45 Minuten bei jetzt 900 Grad Celsius beflammt. Auch dieser Test ist erst dann beendet, wenn die höchste
Innentemperatur im Safe überschritten wurde.
Sprengtest:
Vier unterschiedliche Sprengstoffmengen (von 200 bis
400 Gramm PETN/NP) wurden als Haftladung seitlich, rückwärtig
auf dem Kopfstück und an der Safetür angebracht
und gezündet. Dabei wurden auch 2 bzw. 3 Haftladungen
zur gleichen Zeit gezündet. Von aussen sah der Safe
aus wie nach einem Bombenattentat. Der Safeinnenraum jedoch
blieb unbeschädigt, ebenso die im Schrank befindlichen
Datenträger.
Magnetfeldprüfung:
Magenetfelder können den Magnetismus von Datenträgern
beeinflussen und sie dadurch unbrauchbar machen. An der
Universität in Köln wurde in einer eingehenden
Studie die magnetischen Abschirmeigenschaften der Datensicherungsschränke
durch Simulation eines magnetischen Störfalls gutachtlich
untersucht. Hierbei operierte man mit Magnetfeldern von
technisch möglichen und hantierbaren Elektromagneten.